Domesticities - Resilience
Für ältere Menschen gewinnt das Zuhause – oder der häusliche Raum – eine neue Bedeutung. Die Zeit, die wir zu Hause verbringen, wird aufgrund des Ruhestands und der abnehmenden Mobilität einen immer größeren Teil unseres Lebens einnehmen. Gleichzeitig ist es eine Lebensphase, in der die Wohnsituation oft instabil wird. Veränderungen in der Familienkonstellation, der Verlust unserer Lieben, unser Bedarf an Gesundheitsfürsorge können zu einem Umzugsgrund werden. Dies ist eine Übergangsphase, die im Leben vieler Menschen Belastbarkeit erfordert.
Die Herausforderungen sind jedoch nicht für alle gleich. Domesticities untersucht die Bedeutung des Zuhauses speziell für queere ältere Menschen. Inwiefern ist Queerness zu Hause ein Thema? Tatsächlich ist es mehr denn je für Menschen, die sich nicht eindeutig als Teil unserer cis-heteronormativen Gesellschaft fühlen. Die Forschung zeigt, dass queere ältere Menschen doppelter Diskriminierung ausgesetzt sind: Altersdiskriminierung und Queerphobie. Einerseits kann das Zuhause ein Ort sein, um Diskriminierung und Verurteilung zu entgehen, um die eigene Identität zu leben und zu erkunden. Andererseits bringt das Alter jedoch Pflegebedarf mit sich. Während der Pflege können ältere queere Menschen spezifische Diskriminierung durch andere Patienten, Ärzte und Pflegekräfte erfahren. Hier den Buchausschnitt über Heidi.
A Visual Narratives Projekt
Minako Bisang at HSLU Lucern.
Domesticities Editorial "Wenn ich alt bin, möchte ich zufrieden und gesund sein. | |
Heidi | |
Nachdem sie ihr Outing hatte, strich Heidi ihre Wände rosa. Sie hängte alte Bilder ab und dekorierte ihre Wohnung mit allen möglichen kleinen Gegenständen. Es gibt getrocknete Blumen in den Farben der Trans-Flagge und eine Girlande mit Papiervulven. Es ist über ein Jahr her, dass sie sich im Alter als Transfrau geoutet hat. Sie liebt es, ihre Freunde einzuladen. Im Februar feierte sie ihren ersten Jahrestag ihres ersten Jahres als Heidi mit ihren Freunden. | |
"Nach meinem Outing akzeptierten mich meine Familie nicht wirklich, meine Tochter hat den Kontakt zu mir wieder gefunden. Für viele ältere Menschen ist eine Familie und vor allem auch die Enkelkindern einer der Höhepunkte ihres Tages. Mich schmerzt sehr dass ich das alles verloren habe." | |
"Ich bin unglaublich glücklich, die queere Gemeinschaft zu haben. Ich besuche Veranstaltungen im "Regenbogenhaus" oder andere Veranstaltungen für Queers und trans Personen. Dank dieser Verbindungen durfte ich eine Rede am Christopher Street Day in Bern halten! Das war so eine Freude." "Die Regenbogenfamilie ist mein Zuhause geworden." | |
A book by Minako Bisang © 2024 first published in Switzerland in 2024 by Minako Bisang at HSLU Lucerne printed by gegendruck Thank you to | |






